Moor Bockhorn Altjührden

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Moor Bockhorn Altjührden
Beschreibung

Lebensraum Moor

 

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Die niedersächsischen Hochmoore enstanden in der Nacheiszeit ab etwa 2500 v.Chr. Voraussetzung für die Hochmoorentstehung waren hohe, gleichmäßig über das Jahr verteilte Niederschläge und eine geringe Verdunstungsrate. Sie entwickelten sich auf nährstoffarmen, nassen Sandböden oder wuchsen auf Niedermoorböden auf. Der pH-Wert der Hochmoore liegt zwischen 2,5 und 3,5 (sauer!)

Unter diesen Bedingungen können nur Spezialisten überleben, z. B. die wurzellosen Torfmoore, aus denen ein Hochmoor hauptsächlich gebildet wird . Sie können wie ein Schwamm sehr viel Wasser aufnehmen und festhalten. An der Oberfläche wachsen sie langsam aber beständig weiter, während die unteren Teile aus Luft- und Lichtmangel absterben und schließlich den Torf bilden. Ihr unaufhörliches Wachstum führt über Jahre zu den für das Hochmoor charakteristischen, uhrglasförmigen Wölbung.

Das Bockhorner Moor ist etwa 4000 Jahre alt und wurde, wie viele Moore NW- Deutschlands, erst in den letzten Jahren von den Menschen in Besitz genommen. Durch oberflächliche und bäuerlichen Torfstich veränderten sich die Lebensbedingungen im Ökosystem Moor.

Heute ist es ein verheidetes Hochmoor mit unterschiedlich stark verbuschten Pfeifengras-Degenerationsstadien und Birkenmoorwaldresten, aber auch die typischen Bult-Schlenken-Gesellschaften sind noch vorhanden. In den Torfstichkuhlen hat teilweise wieder ein Hochmoorwachstum eingesetzt.

Das Moor ist ein Zeugnis der Vergangenheit und bietet Lebensraum für viele typische Pflanzen und Tiere.

Seit 1986 ist das Bockhorner Moor Naturschutzgebiet.

Schutzbedürftigkeit
Im Hochmoor können nur Speziallisten überleben. Man findet Tiere und Pflanzen und deren Lebensgemeinschaften, die nirgends anders anzutreffen sind.
Da die Hochmoore in Mitteleuropa aber immer weiter zerstört werden, sind viele Arten gefärdet, vom Aussterben bedroht und stehen daher auf der Roten Liste. Dazu gehören z. b. Hochmoor- Mosaikjungfer (Libelle) und der Sonnentau.
Noch sind diese Tiere und Pflanzen im Hochmoor anzuteffen, aber ohne unsere Hilfe kann dies schon bald vorbei sein.

Verhalten im Moor
Die Moore haben mehrere Tausend Jahre für ihre Entwicklung gebraucht, konnten aber in wenigen Jahrzehnten vom Menschen zerstört werden. Mit der Zerstörung der Moore verlieren viele Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum und sind daher in ihrem Bestand bedroht. Auch Besucher können den Lebensraum Moor stören.
Doch jeder kann durch umsichtiges Verhalten zum Schutz der Moore beitragen!
Bleiben Sie immer auf den ausgewiesenen Wegen, denn Moore sind sehr trittempfindlich! Die Torfmoore werden durch Tritt geschädigt. Außerdem gelangt Sauerstoff in tiefere Bereiche des Moores und beeinträchtigt dort die Torfbildung. Entnehmen Sie keine Pflanzen oder Bodenbestandteile!

Die meisten Pflanzen im Moor gibt es nur noch selten, und einige sind sogar vom Austerberben bedroht. Jede Veränderung des Ökosystems gefärdet den Bestand der verschiedenen Arten.

Verhalten Sie sich leise und vorsichtig!
Das Moor ist Rückzugsgebiet für viele seltene und scheue Tiere. Mit etwas Glück können Sie einige von ihnen sogar beobachten. Lassen Sie ihre Hunde nie frei herumlaufen und reiten Sie um das Moor herum!
Durch das Herumwühlen und Buddeln der Hunde oder die Hufe der Pferde kann die Torfschicht ebenfalls beschädigt werden.
Campieren und picknicken Sie außerhalb vom Moor! Es ist nicht gestattet Feuer zu entfachen, zu zelten oder Wohnwagen ect. aufzustellen. Außerdem würden zurückgelassene organische Abfälle zu viele Nährstoffe ins Moor bringen. Aber auch außerhalb vom Moor sollten Ihre Abfälle natürlich nicht zurückgelassen werden. Aufgrund der großen Brandgefahr gilt ein absolutes Rauchverbot.

In der Frieschen Wehde liegen zwei Moore: Das Bockhorner Moor (Gemeinde Bockhorn) und das Spolsener Moor : ( Gemeinde Zetel) Beide haben eine ähnliche Geschichte – so wurden sie beide 1982 Naturschutzbebiet und im Zuge der Renaturierung wieder vernässt; es finden sich weiterhin gleiche Landschaftsstrukturen.

In beiden Mooren bieten Moor-Experten in den Sommermonaten regelmäßig informative Führungen an.

Das Bockhorner Moor entdecken:
Oh schaurig ist´s über´s Moor zu geh´n...

Frühmorgens oder gegen Abend radeln wir ins Bockhorner Moor. Wenn die Nebel über das Moor wabern, wirkt die Landschaft schaurig schön: In abgetorften Feldern hat sich Heide ausgebreitet, Besenheide, auch Erika genannt. und Glockenheide, wo sich Regenwasser gesammelt hat. Auf den Geestbuckeln siedeln sich Birken an und dort, wo sich das abgetorfte Moor wieder vernäßt hat, lassen abgestorbene Birkenstämme ein bizarres, fremdartig anmutendes Landschaftsbild entstehen. Das Wollgras hat sich ausgebreitet und läßt durch seine Früchte das Moor in einem leuchtenden Weiß erstrahlen, geradeso als ob es eben geschneit hätte. Am Moorsee und auf wiedervernäßten Torfstichen siedeln Torfmoose, die große, grüne Inseln bilden. Kornweihe, Wiesenweihe, Baumfalken und die Sumpfohreule sind hier wieder zu Hause. .


Das Naturschutzgebiet Bockhorner Moor hat eine Fläche von ca. 75 ha . Das Moor darf nur auf bestimmten Wegen begangen werden, diese sind rot markiert. Es bietet sich an, die beliebte Moor- wanderung mit Willi Klockgether mitzumachen. Es ist schon ein Naturerlebnis, wenn das Wollgras blüht. Sehr schön kann man beobachten, wie das Torfmoos in den wiedervernäßten Flächen wächst. 1 – 1,5 mm wachsen die Torfmoose im Jahr. Auch der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, die kleine Insekten mit speziell dafür ausgebildeten Blättern lockt und fängt, wurde im Moor wieder angesiedelt.
Das Ziel des Naturschutzes ist, natürlich und naturnahe Hochmoore zu schützen und das Überleben hochmoortypischer Lebensgemeinschaften zu sichern.
Man kommt auch an dem großen Gebiet vorbei, wo im und nach dem Kriege die Wilhelmshavener ihren Torf gegraben haben. Sie haben dann zum Teil im Moor in Zelten übernachtet.
Jede Familie hatte seine Parzelle im Moor und konnte dort ihren Torf graben. Einen kleinen Betrag mußte man dafür bezahlen. Der Moorvogt mußte alles überwachen und kassierte Geld. Torf war neben Holz das wichtigste Brennmaterial.

Wie das Moor wirklich war und wie beschwerlich die Arbeit für die Siedler in den Moorgebieten war, um sich eine Existenz aufzubauen, sagen wohl die Worte “Des ersten Tod, des zweiten Not und des dritten Brot” aus.

Auch das Gedicht “Der Knabe im Moor” von Annette von Droste-Hülshoff sagt viel aus:
Früher mußte man in der Schule ja noch viel auswendig lernen, der eine oder andere von Ihnen kennt das Gedicht sicherlich noch.

O´, schaurig ist´s übers Moor zu gehn,
wenn es wimmelt vom Heiderauche,
sich wie Phantome die Dünste drehn
und die Ranke häkelt am Strauche.
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
wenn aus der Spalte es zischt und singt.-
O´, schaurig ist´s übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche.